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teamblau
KnowHow
24/06/2019

Shopware 6

teamblau-Developer im Interview

Die InternetManufaktur teamblau, genau genommen die Programmier-Abteilung unserer Agentur, hat am 14. Juni als erste Agentur Südtirols die Zertifizierung „Shopware 6 ready“ erhalten. Dieses freudige Ereignis nehmen wir zum Anlass, den Abteilungsleiter Development von teamblau zu den Neuigkeiten von Shopware 6 zu interviewen.

Was sind die wichtigsten Neuigkeiten von Shopware 6?
Die wichtigste Neuigkeit ist sicherlich, der API-First*-Ansatz von Shopware 6. Grundsätzlich wird die Software im neuen System in 3 Bereiche aufgeteilt. Dazu später mehr.
Der neu eingeführte „Rule Builder“ ist dabei besonders erwähnenswert. Damit können Regelsätze erstellt werden, welche unter anderem die Versandkosten, kundenspezifische Preise und Bezahlmethoden individuell steuern. Bisher wären viele dieser nur über eigene Plug-Ins möglich gewesen wäre. Auch der gesamte Content-Bereich wurde neu entwickelt. Damit eröffnen sich nun völlig neue Möglichkeiten fürs Marketing. Es ist jetzt beispielsweise möglich, Content-Layoutvorlagen für verschiedene Seiten -Typen wie Shop-Seiten, Erlebnis-Seiten, Kategorie-Übersichten und Produktdetail-Seiten individuell zu entwickeln.
Shopware 6 enthält somit ein vollwertiges und leicht bedienendbares CMS. Auch aus Entwicklersicht lassen sich neue Content-Module nun einfacher individualisieren.

(*) API - application programming interface -> Anwendungs­Programmier­Schnittstelle
 
Dieser sogenannten API-First Ansatz bringt also eine Teilung in mehrere Bereiche. Welche Bereiche sind das und welche Funktionen haben diese?
Shopware 6 ist jetzt aufgeteilt in: Core, Storefront und Administration.
  1. Shopware Core stellt den Kern der neuen Softwareplattform dar, welcher ausschließlich über APIs angesteuert werden kann; d.h. der Shopware Core enthält kein UI* mehr, sondern nur APIs, an welchen der Storefront und die Administration angebunden sind.
     
  2. Shopware Storefront stellt den eigentlichen Webshop dar, der auf die SalesChannel-API des Shopware Core zugreift. Über die SalesChannel-API können Webshops, Apps, digitale Kataloge und ähnliches mehr auf die Daten und Funktionen im Shopware Core zugreifen.
    Somit können mehrere Verkaufskanäle an den Shopware Core angebunden werden. Ein Verkaufskanal kann so über die SalesChannel-API alle relevanten Informationen abholen. Dadurch ist es möglich, aus dem zentralen Shopware Core verschiedene Touchpoints mit unterschiedlichen Designs und Daten für Endbenutzer zu erstellen.
    Beispiel: Ein Unternehmen zeigt in den Offline-Stores über ein Touchpoint-Tablet den Lagerbestand der anderen Filialen; auf der Website werden gleichzeitig aber nur versandtaugliche Produkte dargestellt. Die Daten stammen dabei alle aus dem selben zentralen Datenbestand des Shopware Cores. Für Unternehmen, die ihre Produkte über mehrere Verkaufskanäle verkaufen, bietet Shopware 6 damit eine deutlich flexiblere Basis als die bisherigen Versionen.
     
  3. Shopware Administration ist das Verwaltungs-Interface (UI*) für den Shop-Betreiber, welches auf die Management-API des Shopware Core zugreift. Beim Verwaltungs-Interface handelt es sich um eine Single-Page-Applikation, basierend auf Vue.js.
    Zudem können an die Management-API auch andere Softwaresysteme wie zum, Beispiel ERP, CRM, PIM oder BI angebunden werden. Diese können, abhängig von den jeweiligen Unternehmensprozessen, einzelne oder auch alle Funktionen des Administration-Interfaces ersetzen.
(*) UI = User Interface -> Grafische Benutzer-Schnittstelle

Was sind die Vorteile des neuen Shopware 6 - Cores?
Der gesamte Softwarestack, sprich die verschiedenen Softwarekomponenten, aus denen die neue Shopware 6-Plattform besteht, wurde komplett neu entwickelt und zukunftsorientierter strukturiert. Shopware 6 setzt dabei komplett auf Open-Source-Software-Komponenten. Shopware 6 CE ist unter der MIT-Lizenz lizenziert, eine der freizügigsten Open Source-Lizenzen überhaupt. Shopware sponsert und unterstützt auch die eingesetzten Open Source-Projekte, um deren Weiterentwicklung zu gewährleisten. Somit baut Shopware auf zukunftssichere Softwarekomponenten auf, was vor allem im Unternehmensumfeld eine wichtige Voraussetzung ist längerfristige Planungssicherheit ist.

Welche Vorteile bietet dieses flexible System? Können auch nur einzelne Teile von Shopware 6 verwendet werden?
Ja, das ist möglich. Ein Shop-Betreiber, der bereits ein sehr gut funktionierendes ERP System mit abgestimmten Unternehmensprozesse im Einsatz hat, könnte z.B. Produkte, Kunden und Bestell-Management komplett über das ERP System parallel zum Onlineshop abwickeln. Dies bietet kleinen sowie großen Unternehmen eine sehr hohe Flexibilität. IT Projekte sind somit auch besser skalierbar.
Das geht soweit, dass das System auch als PIM-System zum Einsatz kommen könnte und somit eigene PIM-System unnötig macht.

Kann sagen, dass man mit Shopware 6 alle benötigten Daten automatisch über eine API abrufen kann, egal mit welchem System man zugreifen will?
Ja, einfach ausgedrückt ist das korrekt.

Gibt es bei Shopware 6 auch Änderungen für den Shop-User?
Ja und nein. Für den Endbenutzer ist nach außen hin nicht sofort ersichtlich, welches System hinter welcher Funktion steckt. Die Usability und die Grundstruktur der Shopware-Shops waren bereits in den vorigen Versionen sehr gut. Der neue Shopware Storefront ist allerdings noch deutlich performanter und bietet somit für den Benutzer ein noch positiveres Einkaufserlebnis. Für Entwickler und Shop-Betreiber ist Shopware 6 ein wichtiger Schritt in die Richtung hochflexiblem Onlineshoppings.

Viele unserer Kunden haben einen Shop mit Shopware 5 entwickelt. Gibt es dazu noch Updates? Was müssen jene Unternehmen nun beachten?
Das ist eine wichtige Frage. Shopware 6 ist nämlich nicht nur eine Optimierung von Shopware 5, sondern handelt es sich hierbei um eine Software mit komplett neuer technologischer Basis. Ein Update im klassischen Sinne ist daher nicht möglich.
Kunden, welche erst kürzlich einen Shop in Shopware 5 umgesetzt haben, brauchen sich aber vorerst keine Sorgen zu machen. Shopware 5 wird nämlich noch bis 2024 mit Updates versorgt und voll supportet.

Wie würde der Wechsel von Shopware 5 auf Shopware 6 aussehen?
Das Migrieren auf Shopware 6 gestaltet sich zwar aufwändiger als bei früheren Updates. Jedoch überwiegen im Verhältnis die Vorteile von Shopware 6. Für die Migration bietet Shopware einen Migrations-Assistenten, mit dem die meisten Daten ohne Probleme übertragen werden können. Individuelle Plugins müssen allerdings großteils neu programmiert und an das neue System angepasst werden. Der Gesamtaufwand ist dabei allerdings deutlich geringer als eine Erst- bzw. Neuentwicklung.

Würdest du Interessenten empfehlen auf Shopware 6 zu warten, oder mit Shopware 5 zu beginnen?
Wenn der Shop jetzt noch nicht auf Shopware 5 aufgesetzt wurde, würden wir empfehlen, noch auf Shopware 6 zu warten. Die Developer-Preview Shopware 6 wurde aber bereits veröffentlicht. Diese dient den Entwicklern dazu, sich schon vorab einzuarbeiten.
Im Juli wird Shopware 6.0 dann offiziell veröffentlicht. Es gibt zwar bis dato noch nicht alle Plug-Ins, die es für Shopware 5 gibt, jedoch deckt der Core von Shopware 6 die wichtigsten Funktionalitäten ab, welche bisher zum Teil noch über Plug-Ins erweitert werden mussten. Bei sehr komplexen Projekten, bedarf es aber nach wie vor individueller Plug-Ins.
 
FAZIT: Generell bringt Shopware 6 eine Vielzahl an Vorteilen, sowohl für den Shop-Betreiber als auch für die Entwickler. Die neue Plattform bietet viele Features standardmäßig, welche bisher manuell erweitert werden mussten. Aus Entwickler-Sicht macht es mit dem neuen Softwarestack richtig Spaß, neue Projekte mit hohen individuellen Anforderungen umzusetzen.
Shopware 6 wird die Onlineshop-Welt revolutionieren!
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